McEwans dritter Roman ist eine politische Erzählung über eine Welt, in der Bettler Lizenzen haben und Eltern darüber aufgeklärt werden, dass Kindsein eine Krankheit ist und mit größter Disziplin behandelt werden muß. Er ist aber auch eine subtile Ergründung von Zeit, Zeitlosigkeit, Veränderung und Alter. Stephen ist Vater, Kinderbuchautor und Experte für Fragen der Kindererziehung. Er hockt die ¿ewigen¿ Sitzungen wie Strafaufgaben ab, träumt sich durch die Stunden, denn von Theorien hält er wenig. Bis eines Tages der schlimmste Alptraum aller Eltern Wirklichkeit wird: Die dreijährige Tochter verschwindet spurlos - und taucht nicht wieder auf. Die Ungewissheit wird zur unerträglichen Belastung für Stephens Ehe mit Julie, die beiden entfremden und trennen sich. Aber auch sein Freund Charles, der ihn als Autor entdeckt hat, ist Veränderungen ausgesetzt. Bei einem Besuch auf dem Land trifft ihn Stephen wieder: in kurzen Hosen, mit einer Schleuder bewaffnet und unerschütterlich vertieft in den Bau seiner neuen Baumhütte ...