'Autistischer Messias' gegen 'Autistische Gesellschaft'
Literarisierungen eines neuartigen Epochensyndroms in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur
Omschrijving
Die Studie nimmt ihren Ausgang in der zunehmenden Relevanz, die dem Phänomen des Autismus als Metapher der gesellschaftlichen Selbstbeschreibung in den westlichen Industrienationen zugeschrieben wird. Susan Sontag hat auf die problematische Praxis hingewiesen, ein bestimmtes Krankheitsbild als fließende „Symptomzusammenstellung“ des kulturellen Imaginären zur Diagnose des Zeitgeistes heranzuziehen: Das jeweilige epochale Leitsyndrom bündelt demnach zeittypische Ängste und Sorgen – und verbildlicht sie zugleich.
Der Autor argumentiert, dass der Autismus auf neuartige Art und Weise die Reihe der massiv metaphorisierten Funktionsstörungen Tuberkulose, Krebs und AIDS in der Gegenwart fortsetzt. Das Spektrum autistischer Symptomatik dient immer häufiger als Referenzbasis, um bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen und ihren Einfluss auf unser Selbstverständnis zu umschreiben, zur Diskussion zu stellen und zu bewerten. Dabei wird diese Denkfigur, assoziativ an die unscharfe Definition des Autismus anknüpfend, primär mit den Diagnosen Empathielosigkeit, Kommunikationsstörung und innere Isolation verbunden.
Der Autor
René Freudenthal ist Kulturreferent am Carl-Schurz-Haus/Deutsch-Amerikanisches Institut Freiburg e.V. mit den Schwerpunkten Literatur und Politik. Seine Dissertation im Fach Neuere Deutsche Literatur am Deutschen Seminar an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wurde durch ein Stipendium der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg gefördert und später berufsbegleitend abgeschlossen.
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‘'Autistischer Messias' gegen 'Autistische Gesellschaft' - Freudenthal, René’.
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