Ab seinem amerikanischen Exil und bis in sein Spätwerk verweist Theodor W. Adorno wiederholt auf den, so Karl Kraus, >größten politischen Schriftsteller, den Österreich je gehabt hat< - den überwiegend vergessenen Wiener Publizisten Ferdinand Kürnberger und seinen berühmt-berüchtigten Roman »Der Amerikamüde«. An die Spurensicherung einer verschütteten Lektüre und ihrer Resonanzräume knüpft der Versuch einer ideengeschichtlichen Engführung an: Auch jenseits eines berühmten Zitats über das ,leblose Leben' finden sich bei Adorno anschlussfähige Motive und Denkbilder, in denen >Amerika< als Inbegriff sowohl von Entfremdungserlebnissen wie Glücksversprechen der bürgerlichen Moderne Gestalt annimmt. Keineswegs, so zeigt gerade der Vergleich mit Kürnberger, geht Adornos Amerikabild im neuralgischen Schock des >gestrandeten Geistesaristokraten< auf: Vielmehr wendet sich seine materialistische Kulturkritik nicht zuletzt gegen jene Ressentiments, die in die Texte Kürnbergers paradigmatisch Eingang gefunden haben.
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‘Mikrologie des leblosen Lebens - Braun, Clemens’.
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